info@sportklinik-ffm.de 069/67 80 09-0
default-logo

Sportmedizinische Untersuchung bei Kindern und Jugenlichen

  • Wann sind sportmedizinische Untersuchungen sinnvoll?

    Wenn Kinder und Jugendliche beginnen, im Verein leistungsorientiert einer Sportart nachzugehen, haben sie bis dahin meist nur die regulären kinderärztlichen Untersuchungen (sogenannte U1 bis U11, J1-J2) absolviert. Die kinderärztlichen Untersuchungen werden u.a.  unter Vorsorgeaspekten und Impfschutzaspekten und zur Erkennung von Entwicklungsstörungen durchgeführt. Die meisten Sportlerinnen und Sportler werden bis dahin keine EKG-Untersuchung (Erfassung der elektrischen Herzfunktion) und auch keine Belastungsuntersuchung absolviert haben. Noch seltener finden Ultraschalluntersuchungen des Herzens statt, welche für eine gesamteinheitliche Beurteilung des Herz-Kreislaufsystems ein wichtiger Informationsbaustein ist. Viele Mediziner sind sich darüber einig, dass hier eine „diagnostische Lücke“ besteht, zumal diese Untersuchungen erst bei Kaderathleten (z.B. dem Olympiakader) über eine Förderung des Bundes und des Landes Hessen kostenlos stattfinden. Sinnvoll ist also eine sportmedizinische Untersuchung bei regelmäßigem Vereinssport mit belastungsintensiveren Trainingseinheiten.
  • Welche Diagnostik ist aus sportärztlicher Sicht sinnvoll?

    Die Körperliche Untersuchung des Bewegungsapparates im Hinblick auf die durchgeführte Sportart:  Die unterschiedlichsten Belastungen des Gelenksapparates treten bei den verschiedenen Sportarten auf. Nur der sporterfahrene Mediziner kennt die Schwerpunkte. Untersuchung zur Erkennung von Risiken bei hohen Kreislaufbelastungen: Um ein Mindestmaß an Sicherheit bei höherer Ausdauerbelastung zu haben, erfolgt ein Belastungs-EKG (meist auf dem Fahrrad-Ergometer) mit Aufzeichnung des Blutdrucks, des EKG´s und der Herzfrequenz unter genau definierter Belastung. Bei speziellen EKG-Veränderungen unter Belastung können Rückschlüsse auf bestimmte Risiken gezogen werden. Zusätzlich zeigt das Ruhe-EKG, ob bestimmte Risiken bei starker Beanspruchung bestehen. Der Lungenfunktionstest gibt Hinweise, ob die Sauerstoffaufnahme unter Belastung durch eine normal funktionierende Lungenfunktion gewährleistet ist. Die Herzultraschalluntersuchung kann sehr genau darstellen, ob eine angeborene oder erworbene Fehlfunktion des Muskels oder der Herzklappen eventuelle Risiken beinhalten. Erkrankungen des Herzmuskels, welche der Sportler selbst nicht durch eine Leistungsminderung bemerkt, können hierbei erkannt werden.
  • Wie können Ergebnisse der Untersuchung genutzt werden?

    Zunächst kann nach dieser Untersuchung die allgemeine Sporttauglichkeit festgestellt werden. Alle Erkrankungen mit Risiken beim Sport können nie ausgeschlossen werden. Dies gilt aber für fast alle Bereiche in der Medizin. Falls frühzeitig eine Erkrankung oder Veränderung bei den Kindern erkannt werden, kann z.B. durch physiotherapeutische Maßnahmen weiteren Schäden vorgebeugt werden oder es kann ein Wechsel auf eine Sportart mit geringerem Risiko erfolgen. Ein Wechsel auf eine andere Sportart, nachdem bereits ein mehrjähriges, intensives Training erfolgte, ist weit aus schwieriger zu bewältigen, als die frühzeitige Umorientierung. Bei den meisten Kindern und Jugendlichen kann eine Sportgesundheit festgestellt werden. Mit dieser Information lässt sich mit einer größeren Zuversicht für Sportler/Innen, Eltern und Trainer/Innen leistungsfokussiert trainieren.